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Die Wilde Karotte - mit einem geheimen Farbtupfer

Die Wilde Karotte gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und zeigt von Juni bis August ihre charakteristischen, flachen bis leicht gewölbten Dolden aus unzähligen winzigen weissen Blüten. Auf den zweiten Blick entdeckt man das Besondere: fast immer sitzt mitten in der Dolde eine einzelne dunkelrote bis violettschwarze Blüte. Botanisch ist ihre genaue Funktion bis heute nicht abschliessend geklärt – man vermutet, sie soll Insekten als vermeintlicher "Landeplatz" (ähnlich einer bereits sitzenden Fliege) anlocken und so die Bestäubung fördern.


Die Verwandlung – wenn sich die Dolde schliesst

Nach der Bestäubung beginnt das eigentliche Naturschauspiel: Die einst offene, flache Dolde krümmt sich langsam nach innen und formt sich zu einem kugeligen, nestartigen Gebilde. Genau daher stammt der Name Vogelnestwurz – der sich schliessende Blütenstand erinnert tatsächlich an ein kleines Vogelnest. Diese Bewegung schützt die heranreifenden Samen vor Nässe und Fressfeinden, während sie sich langsam entwickeln.


Der Samenstand – kleine Widerhaken mit grosser Wirkung

Ist der Samen reif, öffnet sich das "Nest" wieder ein Stück und gibt den Blick frei auf die kleinen, ovalen Früchte. Betrachtet man sie genauer, fällt auf, dass sie mit feinen, hakenförmigen Borsten besetzt sind. Diese Widerhaken sind ein cleverer Verbreitungsmechanismus: Sie bleiben im Fell vorbeistreifender Tiere oder an Kleidung hängen und werden so über weite Strecken transportiert – eine Ausbreitungsstrategie, die man auch von der Klette kennt.

Die Samen selbst enthalten ätherische Öle, die für den charakteristischen, leicht würzig-erdigen Duft verantwortlich sind, den man beim Zerreiben zwischen den Fingern wahrnimmt.

Wilde Karotte
Wilde Karotte

 
 

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